Und dann kam Alex!

Eine mobile Theaterproduktion für Schulen und Jugendeinrichtungen. Wiederaufführung 2026
Themen: Gewalt, Bullying, Mobbing und Ursachen
Dauer: ca. 55 Minuten
Geeignet ab 13 Jahren

Überblick

Alex ist 17. Er wurde nach eigenen Aussagen über Jahre von Mitschülern und deren Freunden gemobbt und gedemütigt. Irgendwann hat er eine Grenze überschritten. Von seinen Mitschülern angestachelt, und um ihnen zu imponieren, schlägt er „als Mutprobe“ einen wehrlosen alten Mann. Die „Mutprobe“ wird gefilmt und über soziale Netzwerke weiter an andere Mitschüler und schließlich auch an Alex gesendet. Am nächsten Tag betritt er bewaffnet die Schule, um zu erreichen, dass die Mitschüler gestehen ihn zu der Tat gezwungen zu haben. Sein Vorhaben misslingt. Nachdem er mehrere Stunden in einem Klassenraum eingeschlossen verbracht hat, will er sich das Leben nehmen. Hier setzt das Stück an: Alex beginnt zu erzählen.

„Und dann kam Alex!" ist keine Geschichte über einen Täter. In der Art eines rückblickenden Stationendramas führt uns Alex in seine Welt. Eine Welt, geprägt durch Hoffnung und Suche nach Nähe und Anerkennung und Sprachlosigkeit, Illusionen und Ignoranz in seinem sozialen Umfeld.

Themen

Das Stück stellt keine einfachen Fragen — und gibt erst recht keine einfachen Antworten. Die Figur des Alex ist bewusst ambivalent angelegt: Er ist Opfer langjähriger Demütigungen und gleichzeitig jemand, der einem wehrlosen Menschen Schaden zugefügt hat, der Menschen als Geiseln genommen hat, der mit einer Waffe in eine Schule gegangen ist. Beides ist wahr. Das Stück zwingt dazu, beides gleichzeitig im Blick zu behalten.

Daneben stehen konkrete Fragen, die das Stück durchziehen: Was macht jahrelange Sprachlosigkeit mit einem Menschen — und warum lernen manche Jugendliche nie, über sich zu sprechen? Wo liegt die Grenze zwischen Zuschauen und Mitverantworten? Was bedeutet es, Teil einer Gruppe zu sein, die jemanden ausgrenzt — auch wenn man selbst nie zuschlägt? Welche Rolle spielen Handyvideos und soziale Netzwerke, wenn aus einem lokalen Konflikt innerhalb von Stunden etwas Öffentliches wird? Und was meint jemand, wenn er sagt, er wolle sich „Gerechtigkeit verschaffen"?

Diese Fragen sind nicht neu. Aber sie haben sich verändert — durch die Geschwindigkeit digitaler Kommunikation, durch den Druck, den Schulabgänger heute erleben, und durch eine Öffentlichkeit, die bei Gewalt an Schulen reflexartig nach einfachen Erklärungen sucht. Das Stück verweigert diese Erklärungen.

Handlung

Alex ist Erzähler und Protagonist zugleich. Von dem Moment an, in dem er die Waffe ansetzt, springt das Stück zurück — einige Monate in die Vergangenheit. Ab da führt er das Publikum als „wissender Erzähler" durch seine Geschichte: Er kennt den Ausgang, er kann sein eigenes Handeln kommentieren und reflektieren, und er kann auch die Motive der anderen benennen, die er damals nicht kannte oder nicht verstehen wollte.

Wir begegnen seiner Mutter, die glaubt, eine fürsorgliche Mutter zu sein, und es vielleicht auch ist — auf ihre Art. Wir begegnen seinem Vater, den Alex verachtet und dem er um keinen Preis ähnlich werden will. Wir begegnen Jeanette, in die Alex heimlich verliebt ist und die zur Clique gehört, die ihn mobbt — ohne selbst zuzuschlagen, aber ohne einzugreifen. Und wir sehen, wie Alex in einer überhöht dargestellten Jahrmarktsszene das Publikum direkt anspricht und in die Logik des „Stärkeren gegen den Schwächeren" hineinzieht.

Die Szenen fließen ineinander. Zwei Schauspieler*innen spielen alle Rollen — eine Darstellerin übernimmt sämtliche weiblichen Figuren, der Darsteller  verkörpert durchgehend Alex. Nach der letzten Spielszene wenden sich beide direkt an das Publikum.

Konzept

„Und dann kam Alex!" wurde in Zusammenarbeit mit erfahrenen Lehrkräften und Sozialpädagog*innen erarbeitet und orientiert sich an einem pädagogischen Ansatz, der bewusst auf eindeutige Schuldzuweisungen verzichtet. Der sogenannte No-Blame-Approach, der auch dem pädagogischen Begleitmaterial zugrunde liegt, richtet den Blick nicht auf Bestrafung, sondern auf kollektive Verantwortung. Nicht „Wer ist schuld?“ ist die zentrale Frage, sondern „Wer hätte handeln können — und wie?“

Die unmittelbare Nähe des mobilen Theaters ist dabei kein logistischer Kompromiss, sondern Teil des Konzepts. In der Aula, im Klassenraum oder in der Turnhalle sitzt das Publikum nah genug, um sich nicht hinter einer vierten Wand verstecken zu können. An mehreren Stellen wenden sich die Darsteller direkt an das Publikum.

Auch das Nachgespräch im Anschluss an die Aufführung ist fester Bestandteil — nicht Ergänzung, sondern Fortsetzung des Stückes mit anderen Mitteln. Zur Unterstützung der Vor- und Nachbereitung stellen wir umfangreiches pädagogisches Begleitmaterial zur Verfügung.

Konditionen und Hinweise für den Veranstalter

Das Stück ist eingerichtet für Aufführungen an Schulen, Jugendeinrichtungen und Theatern. Es kann in der Aula, der Turnhalle oder einem anderen entsprechend großen Saal gespielt werden. Im Übrigen sind wir, was die Bühnenbeschaffenheit angeht, sehr flexibel, d.h. wir finden fast immer eine Lösung!

Spieldauer: ca. 55 Minuten
Nachgespräch: Dauer und Umfang nach Absprache
Aufbau der Bühne: ca. 75 min
Abbau: ca. 45 Minuten
Bühne bzw. benötigter Platz: mind. 24 m² , drei stabile Stühle, ein stabiler Tisch
Technische Voraussetzungen: 230-Volt-Anschluss, Saal- bzw. Raumlicht
Spielorte: Aula, Turnhalle, Theaterbühne
Zuschauerumfang: maximal 150 (nach Absprache und Bühnenverhältnissen gegebenenfalls auch über 150 Zuschauer möglich)
Kosten/Preis: Aufführung mit einem Nachgespräch und pädagogischem Begleitmaterial auf Anfrage, Preisnachlass bei Mehrfachbuchung, Preis-Info über das Tourmanagement Astrid Scharfe
Pädagogisches Begleitmaterial: Unterstützung für pädagogische Vor- und Nachbereitung, ca. 50 Seiten
Schauspiel: 2 Darsteller des Theater-Ensemble Radiks
Autor: Karl Koch
Tourmanagement/Buchungsanfragen: info@ensemble-radiks.de
Aufführungsrechte: Theater-Ensemble Radiks 2026
Produktion: Theater-Ensemble Radiks, Berlin 2026


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